Veränderungsarbeit wissenschaftlich belegt
Veränderungsarbeit ist ein vielfältiges Feld. Vom Business Coaching, über Familienaufstellungen bis zur Reinkarnationstherapie findet man alles auf dem Markt von Coaching und Therapie.
Die Gehirn- und Verhaltensforschung schreitet weiter voran und durch die Erkenntnisse dieser Untersuchungen kann man das Denken und Verhalten von uns Menschen immer besser verstehen. Und man kann nach und nach auch erklären, wie und warum die verschiedenen Ansätze in Coaching und Therapie funktionieren.
Wir haben für euch wissenschaftliche Studien zusammengefasst, die einen spannenden Einblick in die Wirksamkeit verschiedener Methoden geben, beweisen welche Elemente in der Veränderungsarbeit funktionieren und erstaunliche, psychologische Fakten aufzeigen. Viel Spaß beim Lesen!
Studienzusammenfassungen rund um Coaching, Therapie und Training
NLP (Neurolinguistisches Programmieren)
Effekte einer NLP-Ausbildung auf berufliche Kompetenzen

Stella Hoppe. „Zum Einfluss von Neuro-Linguistischem Programmieren (NLP) als Coachingmethode auf berufsbezogene Anforderungen.“ Bachelorarbeit (2016).
Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde 2016 untersucht, wie sich die Teilnahme an einer NLP-Ausbildung auf berufsbezogene Anforderungen auswirkt. Mittels einer online Umfrage wurden hierfür Eigenschaften wie Flexibilität, Arbeitsengagement und Widerstandskraft gemessen.
An der Umfrage nahmen insgesamt 283 Personen erfolgreich teil. Etwa 60% der Teilnehmer hatten eine NLP-Ausbildung besucht, das Level reichte dabei vom NLP-Practitioner bis zum NLP-Coach und NLP-Trainer. Zur Messung der Eigenschaften wurde der AVEM-Fragebogen (Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster) verwendet. Er beinhaltet die Skalen Flexibilität, Konfliktfähigkeit, Arbeitsengagement, berufliche Emotionen und Widerstandskraft. Zur Flexibilität zählen bspw. die offensive Problembewältigung und Distanzierungsfähigkeit. Das Arbeitsengagement wird anhand des beruflichen Ehrgeizes, der Verausgabungsbereitschaft und des Perfektionsstrebens ermittelt. Zu den beruflichen Emotionen zählen das Erfolgserleben im Beruf, die allgemeine Lebenszufriedenheit sowie das Erleben sozialer Unterstützung. Eine hohe Konfliktfähigkeit beruht auf einer offensiven Problembewältigung, einer hohen Distanzierungsfähigkeit sowie innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Innere Ruhe und Ausgeglichenheit trägt ebenso zu einer guten Widerstandskraft bei, wie eine offensive Problembewältigung und eine niedrige Resignationstendenz bei Misserfolgen.
Die ermittelten Eigenschaften der Untersuchungsgruppe (Teilnehmer mit einer NLP-Ausbildung) wurden mit den Eigenschaften der Kontrollgruppe (Teilnehmer, die keine NLP-Ausbildung besucht hatten) verglichen. Die Untersuchung ergab, dass NLP’ler in allen Skalen signifikant erhöhte Ausprägungen zeigten. Teilnehmer mit NLP-Ausbildung erreichten eine höhere Flexibilität, eine bessere Konfliktfähigkeit, ein ausgeprägtes Arbeitsengagement, positive berufliche Emotionen sowie eine stärkere Widerstandskraft. Die vielfältigen Methoden des NLP scheinen somit in verschiedensten Bereichen positive Auswirkungen zu haben. Wenn du die positiven Auswirkungen von NLP im Berufs- und Privatleben auch erleben möchtest, besuche unsere NLP-Practitioner-Ausbildung.
Auswirkungen eines NLP-Trainings auf die mentale Gesundheit

Mohammad Sahebalzamani. „Efficacy of neurolinguistic programming training on mental health in nursing and midwifery students.“ Iranian journal of nursing and midwifery research 19.5 (2014): 503.
In einer Studie von 2014 wurde untersucht, wie sich ein NLP-Training auf die mentale Gesundheit von Studenten auswirkt. 52 Studenten aus den Studienrichtungen Krankenpflege und Geburtshilfe wurden zufällig ausgewählt. Sie nahmen an einem 1-monatigen NLP-Training teil, das fünf Trainingseinheiten á 120 Minuten umfasste. Die Hauptthemen des Trainings waren Zieldefinition, Zeitmanagement und Durchsetzungsvermögen. Mithilfe des GHQ-28 (Goldberg General Health Questionnaire) wurde die mentale Gesundheit anhand der Ausprägungen von körperlichen Beeinträchtigungen, Angst, sozialer Dysfunktionen und Depressionszuständen bei den Studenten gemessen. Die Messungen wurden vor Beginn des Trainings und einen Monat nach Abschluss des Trainings durchgeführt.
Das Ergebnis der Untersuchungen ist signifikant. Die mentale Gesundheit verbesserte sich nach der Teilnahme am NLP-Training bei allen Studenten deutlich. Die Ergebniswerte der GHQ-28 reichen von 0 bis 84, wobei 84 eine sehr schlechte mentale Gesundheit anzeigt. Vor dem NLP-Training erreichten die Studenten durchschnittlich Werte von 55. Nach dem NLP-Training war die mentale Gesundheit mit einem durchschnittlichen Wert von 17 deutlich verbessert. Auch alle einzelnen Subskalen verbesserten sich deutlich. Sowohl körperliche Beeinträchtigungen, Angstsymptome, soziale Dysfunktionen als auch Depressionszustände gingen zurück. Für ein Training mit einem Umfang von insgesamt 10 Stunden sind dies beeindruckende Werte. Zielearbeit und Zeitmanagement sind auch Inhalt unserer NLP-Practitioner-Ausbildung.
Der Chamäleon-Effekt: Rapport aufbauen durch Pacing

Tanya L. Chartrand und John A. Bargh. „The chameleon effect: the perception–behavior link and social interaction.“ Journal of personality and social psychology 76.6 (1999): 893.
Wie wichtig eine gute Beziehung zwischen Coach bzw. Therapeut und Klient für den Erfolg von Coaching bzw. Therapie ist, wurde inzwischen wissenschaftlich belegt. Wie man eine gute Beziehung aufbaut, wird jedoch seltener thematisiert. In einer Studie von 1999 wurde der Effekt vom unbewussten Nachahmen (Mimikry) auf die zwischenmenschliche Beziehung untersucht. Im NLP nennen wir dieses Verhalten Pacing. Das Spiegeln des Gegenübers ist ein Vorgang, der unbewusst geschieht, aber bewusst verstärkt werden kann.
72 Teilnehmer nahmen an der Studie von Chartrand und Bargh teil. In einer 15-minütigen Interaktion sollten jeweils ein Studienteilnehmer und ein Helfer abwechselnd verschiedene Fotografien beschreiben. Die Helfer wurden vorher entweder angewiesen ihr Gegenüber bewusst zu spiegeln oder neutral zu bleiben und nicht zu spiegeln. Weder Studienteilnehmer noch Helfer wussten vom Untersuchungsgegenstand der Studie und den vorliegenden Thesen. Außerdem wussten die Studienteilnehmer nichts von der Instruktion der Helfer, sondern betrachteten sie als normale Studienteilnehmer. Nach der Interaktion bewerteten die Studienteilnehmer die Interaktion. Sie wurden gefragt wie sympathisch ihnen der andere Teilnehmer war und als wie reibungslos sie die Interaktion empfunden hätten. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen eindeutig, dass ein bewusstes Spiegeln die Sympathie deutlich verbessert und die Interaktion als reibungsloser und harmonischer empfunden wird. Damit ist wissenschaftlich belegt, dass Pacing zu einem besseren Rapport führt.
Auch interessant: In einem weiteren Experiment dieser Studie wurde außerdem herausgefunden, dass Menschen, die eine starke Neigung haben die Perspektive des Anderen einzunehmen, ihr Gegenüber automatisch stärker spiegeln als Menschen, mit einer weniger starken Neigung. Diese Neigung wurde mithilfe des Interpersonal Reactivity Index (IRI) und der Subskala Perspective Taking gemessen. Auch der Perspektivwechsel ist Teil vieler NLP-Interventionen. Doch nicht nur der Coachee sollte diesen durchführen, sondern auch der Coach, um so eine bessere Verbindung zu seinem Coachee aufzubauen.
Wie du Rapport aufbaust und wie Pacing funktioniert, lernst du in unserer NLP-Practitioner-Ausbildung.
Wie Emotionen die Timeline beeinflussen

Xiong, W., Lv, Y. & Yu, L. Is the future ahead or behind? How emotions influence the perception of front − back temporal orientation. Psychological Research 89, 102 (2025).
Im NLP kennen wir die Arbeit mit der persönlichen Timeline. Die Idee der zeitlichen Verortung im Raum wird in dieser Studie aufgegriffen und untersucht, wie Emotionen die Wahrnehmung der zeitlichen Orientierung beeinflussen.
Die Teilnehmer sollten sich an glückliche bzw. traurige Situationen erinnern und versetzten sich damit selber in einen glücklichen bzw. traurigen Zustand.
Traurige Teilnehmer hatten anschließend eine deutliche Präferenz für eine zeitliche Orientierung mit Vergangenheit vorne und Zukunft hinten (äquivalent zu einer In-Time-Timeline). Die glücklichen Teilnehmer hatten keine klare Präferenz für eine bestimmte räumliche Anordnung. In einer glücklichen Stimmung lenkte das Konzept der Zukunft die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zur vorderen Position, während das Konzept der Vergangenheit die Aufmerksamkeit nach hinten lenkte. In einem traurigen Zustand hingegen lenkte auch das Konzept der Zukunft die Aufmerksamkeit nach hinten.
Menschen denken in einem glücklichen Zustand bei der Betrachtung von Zukunftsthemen eher optimistisch und vorwärtsgerichtet, während in einem traurigen Zustand pessimistischer und weniger hoffnungsvoll auf die Zukunft geschaut wird und Menschen sich eher von einer nach vorne gerichteten Perspektive abwenden. Damit zeigt die Studie, wie Emotionen die zeitliche Orientierung beeinflussen. Wenn du mehr über deine persönliche Timeline erfahren willst und wie Timeline-Arbeit dein Leben verändern kann, komm in unsere NLP-Practitioner-Ausbildung.
Mentale Visualisierung & Submodalitätenarbeit

Shang, Z., Pang, J., Li, X., & Krishna, A. (2026). How emotions influence mental visualization through the motivation to forget. Emotion, 26(4), 806–814.
Jeder Mensch macht sich mentale Visualisierungen von Situationen, Menschen und seinem Leben. Im NLP wird mit Submodalitäten, also den Eigenschaften von inneren Repräsentationen, gearbeitet, um Erfahrungen zu verändern. Ein ähnlicher Ansatz wird in dieser Studie untersucht. Die Forscher wollten die Frage beantworten, wie Emotionen die mentale Visualisierung beeinflussen. Dafür wurden drei Experimente mit knapp 1000 Teilnehmern durchgeführt.
Die Teilnehmer visualisierten traurige Erfahrungen mental mit einer geringeren Farbintensität, d. h. geringerer Lebhaftigkeit, Intensität oder Sättigung, als glückliche Erfahrungen. Je eher die Teilnehmer, die Erfahrung vergessen wollten, desto stärker war der Effekt auf die Farbintensität. Glückliche Erfahrungen waren in den mentalen Visualisierungen lebhafter und farbintensiver.
Die Studie zeigt, wie Emotionen innere Visualisierungen beeinflussen und legt damit nahe, dass wir umgekehrt über die Beeinflussung der mentalen Visualisierungen auch unsere Emotionen beeinflussen können. Genau dort setzt die Submodalitätenarbeit an, die in unserer NLP-Practitioner-Ausbildung erlernst.
NLP in der Arzt-Patienten-Kommunikation

Stephanie Bohn. „NLP im Arzt-Patienten-Gespräch. Theorie, Praxis und Effekte.“ Dissertation, Universität zu Köln, 2004.
Ärzte verbringen viel Zeit in ihrem Berufsalltag mit Kommunikation und dem Führen von Gesprächen. An erster Stelle steht natürlich die Arzt-Patienten-Kommunikation, aber auch Gespräche mit dem Praxispersonal oder Pharmavertretern sind an der Tagesordnung. Trotzdem lernen Ärzte in ihrer Berufsausbildung nur sehr wenig zu erfolgreicher Kommunikation. In einer Dissertation von 2004 wurden die Auswirkungen einer NLP-Practitioner-Ausbildung auf die Arzt-Patienten-Kommunikation untersucht.
21 Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen nahmen an einer NLP-Practitioner-Ausbildung verteilt auf acht Wochenenden teil. Die teilnehmenden Ärzte wurden jeweils vor Beginn der Ausbildung sowie nach den Wochenenden eins bis sieben in ihrer Arztpraxis während ihrer Arbeit beobachtet. Der Fokus der Beobachtung lag auf der Identifizierung verwendeter Kommunikationsmuster wie z.B. verschiedener Vorgehensweisen Rapport herzustellen, dem Nutzen von Sprachmodellen oder der Strategiearbeit. Außerdem füllten die Ärzte Fragebögen zu ihren Erwartungen und zu wahrgenommenen Veränderungen aus.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Practitioner-Ausbildung eine deutlich positive Wirkung auf die Arzt-Patienten-Kommunikation hat. Laut Beobachtungen setzen die Ärzte im Verlauf der Ausbildung eine steigende Anzahl an Kommunikationsmodellen mit zunehmender Häufigkeit ein. Dies hilft auch beim Rapportaufbau. Im Verlauf der Ausbildung nutzen die Ärzte mehr Möglichkeiten eine vertrauensvolle Beziehung zu gestalten als vorher und gehen besser auf ihre Patienten ein.
Laut Selbsteinschätzung konnten die Ärzte empathischer Kontakt aufnehmen, informativere Gespräche führen, flexibler mit Einwänden umgehen, verstärkt auf den Patienten eingehen und hatten insgesamt ein breiteres Handlung- und Kommunikationsspektrum zur Verfügung. Dieser Zugewinn hatte auch Auswirkungen auf die Patienten. Die Ärzte gaben an, dass die Ausbildung zu einer verbesserten Compliance der Patienten, einer stärkeren Bindung an die Praxis, einem subjektiven Zuwendungsgewinn und somit insgesamt zu zufriedeneren Patienten führte. Am geringsten wurden die Auswirkungen auf den Praxisbetrieb eingeschätzt. Etwa die Hälfte der Ärzte sahen unter anderem Verbesserungen im Betriebsergebnis und bei der Zufriedenheit der Mitarbeiter. Damit hat eine NLP-Ausbildung für Ärzte in allen Bereichen positive Auswirkungen.
NLP in der Mathematikpädagogik

F. Allan, et al. „Training in Influencing Skills from Neuro-Linguistic Programming (Modelled from Hypnosis and Family Therapy), in Combination with Innovative Maths Pedagogy, Raises Maths Attainment in Adult Numeracy Learners.“ Online Submission (2012).
In einer Studie von 2012 wurde untersucht, wie sich die Anwendung von NLP auf den Lernerfolg in der Mathematikpädagogik auswirkt. 173 erwachsene Teilnehmer nahmen an der Studie teil. 43 von ihnen wurden von Mathelehrern unterrichtet, die kein besonderes Training bekamen. 67 wurden von Lehrern unterrichtet, die zwei Tage im Bereich innovativer Mathematikpädagogik geschult wurden. 63 wurden von Lehrern unterrichtet, die sowohl in innovativer Mathematikpädagogik als auch vier Tage in NLP geschult wurden. Um Placebo-Effekte auszuschließen, wussten die Lehrer nichts von den Inhalten, die den Lehrern der anderen Gruppen vermittelt wurden. Und auch die Teilnehmer wurden nicht darüber informiert, welcher Unterrichtsgruppe sie angehörten oder welche Methoden die Lehrer nutzten.
In den 4-tägigen NLP-Schulungen wurde den Lehrern das Miltonmodell nähergebracht um positive Suggestionen bilden zu können und sie lernten mithilfe von Sprache den Lernerfolg zu unterstützen (z.B. durch komplexe Äquvalenzen, eingebettete Befehle, Double Binds, Yes-Set oder Pacing und Leading). Die Satir-Kategorien wurden erklärt und der förderliche Einsatz im Klassenzimmer besprochen. Die Lehrer erlernten Matching und Mismatching und die Nutzung von räumlichen Ankern zum Zustandsmangement.
Um den Lernerfolg des Trainings zu ermitteln, nahmen alle Teilnehmer vor und nach dem Training an einem Mathematiktest teil. Dafür bekamen sie die gleichen Stifte, das gleiche Papier und die gleichen Aufgaben. Beim Vergleich der drei Unterrichtsgruppen zeigten sich deutliche Unterschiede. Die Gruppe, die sowohl mit innovativer Mathematikpädagogik als auch NLP unterrichtet wurde, zeigt einen deutlich höheren Lernerfolg und somit eine deutlich gestiegene Rechenleistung. Sowohl die Gruppe, die mit innovativer Mathematikpädagogik unterrichtet wurde, als auch die Gruppe, die auf herkömmliche Art und Weise unterrichtet wurde, erreichte im Abschlusstest eine Leistung von etwa 66%. Die Gruppe, die mit innovativer Mathematikpädagogik unterrichtet wurde, zeigte im Anfangstest jedoch nur eine Leistung von ca. 55%. Die Gruppe, die herkömmlich unterrichtet wurde, erreichte schon im Anfangstest eine Leistung von 60%. Damit ist die Steigerung bei erstgenannter Gruppe größer. Die Gruppe, die auch mit NLP unterrichtet wurde, zeigte zu Beginn eine Leistung von ca. 57% und erreichte beim Abschlusstest eine Leistung von 75% – eine Leistungssteigerung von 28%. Damit liegt der Lernerfolg dieser Gruppe deutlich über dem der anderen beiden Gruppen. Diese signifikante Verbesserung lässt darauf schließen, dass die Nutzung von NLP in verschiedenen Trainingsbereichen zu mehr Lernerfolg führt. Wie man Wissen nachhaltig vermittelt und professionelle Trainings gestaltet, erfährst du in unserer NLP-Trainer-Ausbildung.
Fast Phobia Cure (NLP) bei Klaustrophobie

J. Bigley, et al. „Neurolinguistic programming used to reduce the need for anaesthesia in claustrophobic patients undergoing MRI.“ The British journal of radiology 83.986 (2010): 113-117.
In einer Studie von 2010 wurde untersucht, ob die Fast Phobia Cure aus dem Neurolinguistischen Programmieren bei Klaustrophobie wirkt. Die Studienteilnehmer waren 50 Patienten, die sich aufgrund von Klaustrophobie keiner MRT-Untersuchung unterziehen konnten. Die Teilnehmer waren zwischen 17 und 75 Jahren alt und sollten sich einer 20- bis 30-minütigen MRT-Untersuchung unterziehen. Der Angstlevel wurde mithilfe des State-Trait Anxiety Inventory (STAI) gemessen. Die Messung wurde vor der NLP-Intervention, als auch nach der NLP-Intervention aber vor der MRT-Untersuchung durchgeführt.
Die Intervention wurde von einem Röntgentechniker durchgeführt, der an einer 20-tägigen NLP-Schulung teilgenommen hatte. Die durchgeführte Intervention war eine Variante einer Fast Phobia Cure, die von Clare Rushworth entwickelt wurde und einen Collapsing Anchor nutzt. Durchschnittlich arbeiteten die Röntgentechniker vor der Untersuchung eine Stunde mit jedem Patienten.
Nach der Intervention konnten 76 % der Teilnehmer die MRT-Untersuchung erfolgreich durchführen. Weitere neun Teilnehmer waren in der Lage die MRT-Untersuchung durchzuführen, es konnten jedoch keine brauchbaren Bilder gemacht werden. Bei allen Teilnehmern konnte ein signifikant niedrigerer Angstlevel nachgewiesen werden. Sogar bei den Teilnehmer, die die MRT-Untersuchung weiterhin verweigerten. Wenn du die Fast Phobia Cure selber erlernen und anwenden willst, komm in unsere NLP-Practitioner Ausbildung.
Meta-Analyse der Wirksamkeit Neurolinguistischer Psychotherapie

Cătălin Zaharia, Melita Reiner und Peter Schütz. „Evidence-based Neuro linguistic psychotherapy: A meta-analysis.“ Psychiatria Danubina 27.4 (2015): 0-363.
2015 wurde eine umfangreiche Meta-Analyse zur Wirksamkeit Neurolinguistischer Psychotherapie veröffentlicht. Insgesamt wurden 12 Studien mit 658 Teilnehmern ausgewertet und qualitativ geprüft. Im Rahmen der Studien wurden Phobien, Angststörungen, Allergien, Depressionen und Posttraumatische Belastungsstörungen behandelt. Als Interventionen wurden Visualisierungstechniken, Ankertechniken und visuell-kinästhetische Dissoziationen genutzt.
Generell zeigten 9 der 12 Studien eine signifikante Wirksamkeit Neurolinguistischer Psychotherapie. Im Rahmen der Studien, die keine signifikante Wirksamkeit zeigten, wurden Schlangenangst, Angst vor öffentlichen Reden sowie Posttraumtische Belastungsstörungen behandelt. Alle anderen Studien deuten darauf hin, dass Neurolinguistische Psychotherapie wirkt. Bei Platzangst, Depressionen, Angststörungen, Zahnbehandlungsphobie, nicht näher spezifizierten psychotherapeutischen Probleme sowie einer Allergie gegen Birkenpollen zeigte die Behandlung mit Neurolinguistischer Psychotherapie signifikante Verbesserungen. Der Altersdurchschnitt reicht hierbei von 17 bis 75 Jahren. Auch die demographischen Daten sind breit gefächert und repräsentieren damit einen gesellschaftlichen Durchschnitt.
Insgesamt deuten die Ergebnisse der Meta-Analyse daraufhin, dass Neurolinguistische Psychotherapie eine wirksame, ernstzunehmende Alternative zu anderen Therapieverfahren ist.
Effekte der Neurolinguistischen Psychotherapie

Melita Stipancic, et al. „Effects of Neuro‐Linguistic Psychotherapy on psychological difficulties and perceived quality of life.“ Counselling and psychotherapy research 10.1 (2010): 39-49
In der vorliegenden Studie von 2010 wurden die Auswirkungen der Neurolinguistischen Psychotherapie (NLPt) untersucht. Ziel der Untersuchung war es, eine Aussage über die kurz- und langfristige Wirkung von NLPt auf klinisch-psychologische Symptome und die wahrgenommene Lebensqualität treffen zu können.
Insgesamt haben 106 Personen an der Studie teilgenommen. Die Teilnehmer wurden zufällig in eine Therapie- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Therapie der Kontrollgruppe startete drei Monate nach der Therapie der Therapiegruppe. Die Teilnehmer der Therapiegruppe nahmen einmal die Woche an einer 60-minütigen, individuellen Therapiesitzung teil. Die klinisch-psychologischen Symptome wurden mithilfe dem Strukturierten Klinischen Interview für DSM-IV (SKID II) gemessen. Die wahrgenommene Lebensqualität wurde anhand der Croatian Scale of Quality of Life (KVZ) ermittelt. An den Initialmessungen vor Beginn der Therapie nahmen beide Gruppen parallel teil. Die Therapiegruppe musste sich außerdem einer Abschlussmessung am Ende der Therapie sowie fünf Monate nach Ende der Therapie unterziehen. Die Kontrollgruppe nahm nach drei Monaten an einer zweiten Messung teil, ohne vorherige Therapie.
Die Teilnehmer der Therapiegruppe gaben als Gründe an der Therapie teilzunehmen an, belastende Symptome verringern, Verhaltensstörungen verändern, zwischenmenschliche Beziehungen verbessern oder den Umgang mit Stress verändern zu wollen. Auch persönliche Entwicklung wurde als Grund angegeben. Die Sitzungsanzahl der Therapiegruppe variierte insgesamt zwischen 5 und 65 Sitzungen. Durchschnittlich benötigten die Teilnehmer 20 Sitzungen. Sieben Psychotherapeuten führten die Sitzungen durch. Sie verfügten über 10-20 Jahre Therapieerfahrung und waren ausgebildet in NLPt sowie anderen Therapieverfahren. Im Rahmen dieser Untersuchung nutzten sie als Basis ihrer Sitzungen nur NLPt.
Die Untersuchungen zeigen, dass NLPt zu einer deutlichen Verringerung klinischer Symptome führt und die wahrgenommene Lebensqualität steigt. Deutlich sind hierbei auch die Verbesserungen, die die Follow-Up-Untersuchung nach fünf Monaten zeigt. Die Teilnehmer der Therapiegruppe beschreiben eine höhere Lebenszufriedenheit und einen positiveren Blick auf ihr Leben. Damit wird deutlich, dass NLPt auch langfristig wirkt. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe zeigten bei der zweiten Messung nur minimale Verbesserungen. Damit sind die Veränderungen bei der Therapiegruppe eindeutig auf die Neurolinguistische Psychotherapie zurückzuführen. Interessant ist außerdem, dass die Forscher einen geringen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen der Anzahl der Therapiesitzungen und dem Therapieerfolg entdeckten. Insgesamt zeigt diese Untersuchung, dass NLPt eine signifikante und langfristige Wirkung bei verschiedenen psychologischen Symptomen hat und anderen Therapieverfahren ebenbürtig ist.
Gewaltfreie Kommunikation (GFK)
Empathie-Training für mehr Selbstakzeptanz & Resilienz

Altmann, T. , Schönefeld, V. and Roth, M. (2015) Evaluation of an Empathy Training Program to Prevent Emotional Maladjustment Symptoms in Social Professions. Psychology, 6, 1893-1904.
Empathie ist wichtig und wird oft thematisiert. Aber unkontrollierte Empathie kann krank machen. Der sogenannte „Empathische Kurzschluss“ passiert, wenn die Gefühle anderer nicht klar von den eigenen getrennt werden können. Dann wird unbewusst der Schmerz des Gegenübers als eigener übernommen, man fühlt sich hilflos und sucht einen Ausweg, oft durch Abwertung. Ein Schutzmechanismus, der vor Erschöpfung, Reizbarkeit und psychosomatischen Symptomen schützt. Insbesondere in helfenden oder heilenden Berufen kann das zum Problem werden. Die Ursache liegt in einer schwachen Selbst-Fremd-Differenzierung, also der Fähigkeit, deine Gefühle von meinen zu unterscheiden.
An diesem Punkt setzten die Forscher dieser Studie an. Sie führten ein viertägiges Training der Gewaltfreien Kommunikation mit rund 150 Pflegeschülern und einer gleichgroßen Kontrollgruppe durch. Der erste Tag widmete sich dem Verstehen von Empathie und dem Erkennen von Kurzschluss-Mustern, der zweite den GFK-Grundlagen, der dritte der praktischen Anwendung in Gesprächen und der vierte komplexen Rollenspielen aus dem Arbeitsalltag. Vor und drei Monate nach dem Training wurden die Teilnehmer befragt. Ähnliche Inhalte findest du auch in unseren Seminaren zur Gewaltfreien Kommunikation.
Das Ergebnis: Die Trainingsgruppe verbesserte sich in emotionaler Selbstwahrnehmung, Klarheit, Selbstakzeptanz und Resilienz, während Reizbarkeit und psychosomatische Symptome zurückgingen. Besonders interessant ist, dass die Kontrollgruppe sich über denselben Zeitraum verschlechterte – das Training wirkte also nicht nur heilend, sondern vor allem präventiv. Der entscheidende Wirkmechanismus war dabei die gestärkte Selbst-Fremd-Differenzierung.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Selbst-Fremd-Differenzierung kein Randthema in der GFK ist, sondern ihr eigentlicher Hebel. Nicht mehr Empathie ist das Ziel, sondern reflektierte Empathie. Denn eine Entwicklung von Empathie an sich kann auch das Risiko für potenzielle negative Folgen erhöhen. Wenn Teilnehmer außerdem verstehen, warum sie manchmal abwertend oder abweisend reagieren, nämlich als Schutzreaktion, nicht als Schwäche, entsteht Selbstmitgefühl statt Schuld.
Positive Psychologie
Qualitative Untersuchung des positiven Tagesrückblicks als Intervention

Markus Ebner. „4-Evening-Questions: Eine einfache Technik mit tiefgreifender Wirkung.“ Organisationsberatung, Supervision, Coaching 24.3 (2017): 269-282.
In einer Studie von 2017 wurde die qualitative Wirkung eines positiven Tagesrückblicks untersucht. Der positive Tagesrückblick ist eine Intervention aus der Positiven Psychologie, die es in vielen verschiedenen Varianten gibt. Ziel der Studie war es, herauszufinden, welche Erfahrungen Menschen mit dieser Intervention machen.
Der positive Tagesrückblick wird über einen bestimmten Zeitraum jeden Abend durchgeführt. Dabei werden die positiven Momente des Tages anhand verschiedener Leitfragen reflektiert. Diese Intervention wurde bereits vielfach untersucht und es wurde nachgewiesen, dass sich bei regelmäßiger Durchführung die Lebenszufriedenheit erhöht und depressive Symptome vermindert werden. Da die bisherige Forschung hauptsächlich quantitativer Natur war, widmet sich die vorliegende Studie der Frage, wie die Intervention und ihre Wirkung erlebt wird.
An der Untersuchung nahmen 74 Personen teil. Sie wurden gebeten über einen Zeitraum von zwei Wochen abends schriftlich ihren Tag zu reflektieren. Dabei sollten sie folgende Fragen beantworten:
Was hat mir heute Freude bereitet?
Wo habe ich mich heute lebendig gefühlt?
Wofür und wem kann ich heute dankbar sein?
Welche Stärken konnte ich heute ausleben?
Nach Abschluss der Übung hatten die Teilnehmer in einem Zeitraum zwischen 3 Wochen und 3 Monaten Zeit ihre Erfahrungen schriftlich festzuhalten. Die Reflexionen wurden mithilfe Qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Auf Basis der Ergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass die positive Wirkung der Intervention auf einer Veränderung der Wahrnehmung von Alltagssituationen beruht und daraus eine Änderung von Interpretationen und Handlungen resultiert. Viele Teilnehmer berichteten, dass sie Situationen und Erlebnisse anders „scannten“ und so mehr Positives wahrnahmen. Dadurch entstand bei vielen Teilnehmern auch eine aufmerksamere und achtsamere Wahrnehmung und ein wertschätzender Umgang mit sich selbst. Durch den positiven Rückblick waren die Teilnehmer in der Lage schlechte Tage rückwirkend anders zu bewerten, weil sie erkannten, dass die negativen Aspekte nur einen Teil des Tages ausmachten. Die Teilnehmer achteten mehr auf Kleinigkeiten und erkannten den Wert von Selbstverständlichkeiten. Auch im Umgang mit der Umgebung wurden Veränderungen wahrgenommen. Die Teilnehmer stellten andere Fragen, vermieden Negativität und nahmen Problemorientierung eher wahr und versuchten diese zu vermeiden. Das Entdecken der Freuden und positiven Momente im eigenen Leben führte zu einem Gefühl der Zufriedenheit. Außerdem wurden positive Situationen vermehrt aktiv aufgesucht. Auch das Bewusstwerden der eigenen Stärken führte zu positiven Emotionen. Die Teilnehmer entdeckten weitere Stärken von sich und brachten diese aktiv in verschiedene Kontexte ein.
Insgesamt ist der positive Tagesrückblick eine geeignete Intervention um eine positive Aufwärtsspirale in Gang zu setzen. Die veränderte Wahrnehmung führt zur vermehrten Entdeckung positiver Aspekte, was wiederum zu Verhaltensänderungen führt. Dadurch erleben die Teilnehmer ihre Selbstwirksamkeit und erkennen ihre Lebensgestaltungsmöglichkeiten. Mehr wirksame Übungen lernst du in unserem Seminar Positive Psychologie kennen.
Die Auswirkungen von Dankbarkeit im Alltag

Robert A. Emmons und Michael E. McCullough. „Counting blessings versus burdens: an experimental investigation of gratitude and subjective well-being in daily life.“ Journal of personality and social psychology 84.2 (2003): 377.
Dankbarkeit ist ein wesentlicher Aspekt der Positiven Psychologie. Dabei geht es nicht darum alles durch eine rosarote Brille zu sehen, sondern seinen Fokus neu auszurichten. In einer Studie von 2003 untersuchten Forscher die Auswirkungen von Dankbarkeit im Alltag.
Im Rahmen der Studie wurden drei ähnliche Untersuchungen durchgeführt. An den ersten zwei Untersuchungen nahmen Teilnehmer eines Gesundheitspsychologiekurses teil. Die dritte Untersuchung wurde mit Patienten neuromuskulärer Erkrankungen durchgeführt. Alle Untersuchungsgruppen mussten täglich oder wöchentlich kurze Berichte schreiben. Die Teilnehmer wurden in Kontrollgruppen aufgeteilt, von denen pro Untersuchung eine instruiert wurde, Dinge aufzuschreiben für die sie dankbar waren. Die anderen Kontrollgruppen variierten und wurden beispielsweise instruiert Probleme aufzuschreiben, Ereignisse zu vermerken, die sie beeinflusst hatten oder sich mit anderen zu vergleichen. Neben den Berichten mussten alle Teilnehmer dieselben Angaben zu ihrer Stimmung, ihrem Gesundheitszustand und ihrer Lebenszufriedenheit machen. Die Messungen variierten von Untersuchung zu Untersuchung etwas.
Alle drei Untersuchungsgruppen, die ihren Fokus auf Dankbarkeit und positive Erfahrungen richten sollten, zeigten vermehrte positive Affekte, eine höhere Zufriedenheit mit ihrem Leben im Allgemeinen sowie eine optimistischere Zukunftseinstellung. Die dritte Untersuchung zeigte außerdem, dass Gefühle der Dankbarkeit zu einem Gefühl der Verbundenheit mit Anderen führten. Positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand konnten nicht eindeutig bewiesen werden.
Damit zeigt sich, dass Dankbarkeit einfach in den Alltag zu integrieren ist und trotzdem eine große Wirkung hat. Um Dankbarkeit und andere Übungen der Positiven Psychologie geht es in unserem Seminar Positive Psychologie.
Interventionseffekte der Positiven Psychologie

Nancy L. Sin und Sonja Lyubomirsky. „Enhancing well‐being and alleviating depressive symptoms with positive psychology interventions: A practice‐friendly meta‐analysis.“ Journal of clinical psychology 65.5 (2009): 467-487.
In einer Meta-Studie von 2009 wurden 74 Studien verglichen, die verschiedene Interventionen der Positiven Psychologie untersucht hatten. 49 Studien mit insgesamt 4235 Teilnehmern untersuchten den Effekt der Interventionen auf das Wohlbefinden. 25 Studien mit insgesamt 1812 Teilnehmern widmeten sich der Frage, ob die Positive Psychologie Depressionen lindern kann.
Insgesamt zeigt die Meta-Analyse, dass Interventionen der Positiven Psychologie sowohl das Wohlbefinden steigern, als auch Depressionen lindern. Die Effektgröße bei depressiven Teilnehmern ist größer als bei nicht-depressiven. Insofern scheint die Positive Psychologie ein geeignetes Mittel zu sein, Depressionen zu lindern. Die Ergebnisse der Meta-Analyse zeigen außerdem, dass die Interventionen stärkere Effekte zeigen, wenn die Teilnehmer sich selbst für die Teilnahme entschieden haben. Dies ist durch eine gesteigerte Erwartungshaltung und eine höhere Motivation zu erklären, die wichtige Wirkfaktoren in Coaching und Therapie darstellen. Interessant ist, dass die Interventionseffekte mit zunehmendem Alter der Teilnehmer ebenfalls zunehmen.
Am wirksamsten ist die Positive Psychologie in Form einer individuellen Therapie. Weniger Wirkung haben Gruppentherapien. Die geringste Wirkung zeigt sich bei eigenständig angewendeten Interventionen. Tendenziell nimmt der Effekt mit zunehmender Interventionsdauer zu. Interventionen mit einer Dauer von 5 bis 7 Wochen und mit einer Dauer von über 12 Wochen haben die stärkste Wirkung. Bei einer Interventionsdauer zwischen 8 und 12 Wochen sinkt die Effektgröße.
Die Auswertung der 74 Studien lässt darauf schließen, dass bei einer zufälligen Gruppe von 100 Personen, die Interventionen der Positiven Psychologie anwenden, 65 Personen ein gesteigertes Wohlbefinden und weniger Depressionssymptome erleben werden. In einer zufälligen Gruppe von 100 Personen, die keine Interventionen anwenden, würden nur 35 Personen eine positive Entwicklung erleben. Damit haben Interventionen der Positiven Psychologie eine signifikante Effektgröße. Wenn auch du diese Effekte erleben willst, lernst du vielfältige Interventionen in unserer Ausbildung Positive Psychologie kennen.
Hypnose & Hypnotherapie
Abnehmen mit Hypnotherapie

Gordon Cochrane and John Friesen. „Hypnotherapy in weight loss treatment.“ Journal of Consulting and Clinical Psychology 54.4 (1986): 489.
Bereits 1986 wurde in einer Studie die Effektivität von Hypnotherapie nachgewiesen. In diesem Fall wurde die Wirksamkeit von Hypnotherapie bei Gewichtsreduktionsbehandlungen von Frauen untersucht. An der Studie nahmen 60 Frauen zwischen 20 und 65 Jahren teil, die mindestens 20% über dem individuellen Idealgewicht lagen. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt: eine Behandlungsgruppe, eine Behandlungsgruppe, die zusätzlich Audioaufnahmen nutzte und eine Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe nahm an keiner Gewichtsreduktionsbehandlung teil.
Vor Beginn der Therapie wurden die Teilnehmer zahlreicher Tests unterzogen um beispielsweise die Suggestibilität und Selbstachtung zu messen, das bevorzugte Repräsentationssystem zu ermitteln, ungelöste Familienkonflikte aufzudecken sowie demografische Daten und das Gewicht zu erfassen. Die Hypnotherapie umfasste acht dreistündige Gruppensitzungen verteilt auf vier Wochen. Am Ende des Therapiezeitraums wurde erneut eine Gewichtsmessung durchgeführt. Die Behandlungsgruppe, die die Audioaufnahmen zur Nachbehandlung nutzen sollte, wurde in die Nutzung eingewiesen. Sie sollten die Aufnahmen möglichst täglich anhören und die Nutzungshäufigkeit festhalten. Nach sechs Monaten wurde erneut das Gewicht aller Teilnehmer aus allen Gruppen gemessen.
Die Ergebnisse zeigen signifikante Gewichtsverluste bei beiden Behandlungsgruppen. Die Kontrollgruppe erreichte auch nach sechs Monaten nur einen minimalen Gewichtsverlust. Nach der einmonatigen Hypnotherapie hatten beide Behandlungsgruppen durchschnittlich drei Kilogramm abgenommen. Die Folgemessung nach sechs Monaten zeigt einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von acht Kilogramm, bei der Kontrollgruppe waren es lediglich 0,2 Kilogramm. Die Unterschiede zwischen der Behandlungsgruppe, die zusätzlich die Audioaufnahmen genutzt hatte und der Behandlungsgruppe ohne Audioaufnahmen sind minimal. Es ist also davon auszugehen, dass diese Art der Nachbehandlung keinen zusätzlichen Effekt hat. Damit ist jedoch nicht automatisch eine Aussage über die alleinige Behandlung mit Audioaufnahmen zu treffen.
Hypnotherapie ist damit eine effektive Behandlungsmöglichkeit zur Gewichtsreduktion. Alle weiteren Variablen, die im Rahmen der Untersuchung gemessen wurden, standen nicht im Zusammenhang mit dem Behandlungserfolg. Weder die Suggestibilität noch das bevorzugte Repräsentationssystem, demografische Daten oder die weiteren Variablen wiesen einen signifikanten Zusammenhang mit dem Therapieerfolg auf. Hypnotherapie scheint somit unabhängig vom Klienten und seiner Situation zuverlässig zu wirken. Hypnose zur Gewichtsreduktion ist auch Thema in unserer Hypnose-Ausbildung.
Hypnotherapie bei chronischen Schmerzen

Gary Elkins, Mark P. Jensen und David R. Patterson. „Hypnotherapy for the management of chronic pain.“ Intl. Journal of Clinical and Experimental Hypnosis 55.3 (2007): 275-287.
Hypnose kann bei vielfältigen Themen angewendet werden. Angefangen bei Verhaltensänderungen, Angstauflösung, Gewichtsabnahme, Raucherentwöhnung bis hin zu körperlichen Problemen wie chronische Schmerzen oder dem Reizdarmsyndrom. In einer Meta-Analyse von 2007 wurden 13 Studien betrachtet, die die Wirksamkeit von Hypnose bei chronischen Schmerzen untersucht haben.
In den Studien wurden die Auswirkungen von Hypnotherapie auf chronische Schmerzen wie beispielsweise Tumorschmerzen, Rückenschmerzen, Arthroseschmerzen, Schmerzen bei Sichelzellanämie, Kraniomandibulärer Dysfunktion und Fibromyalgie untersucht. Neben regelmäßigen Hypnosesitzungen war in einem Großteil der Untersuchungen auch eine Einweisung in Selbsthypnose und der Auftrag regelmäßiger, selbstständiger Anwendung Bestandteil der Hypnotherapie.
Fast alle Studien untersuchten sowohl die kurz- als auch langfristigen Veränderungen (bis zu 2 Jahre) von Schmerzempfinden und Schmerzhäufigkeit. Unabhängig von der Art der Schmerzen belegten alle Untersuchungen eine deutliche Verbesserung der chronischen Schmerzen durch Hypnotherapie. Im Vergleich zu anderen Therapieverfahren war die Hypnosetherapie wirksamer. Lediglich die regelmäßige Anwendung der Progressiven Muskelentspannung führte laut einzelner Studien zu ähnlichen Ergebnissen wie regelmäßige Hypnotherapie. Die Verbesserungen durch Hypnose sind klinisch signifikant und liegen bei bis zu 60%. Für eine sanfte Veränderungsarbeit ohne Nebenwirkungen ist das ein beachtliches Ergebnis. In unserer Hypnose Ausbildung kannst du dich zum Hypnotiseur ausbilden lassen.
Psychologie & Persönlichkeitsentwicklung
Die Auswirkungen von Stress und Glaubenssätzen auf die Gesundheit

Abiola Keller, et al. „Does the perception that stress affects health matter? The association with health and mortality.“ Health Psychology 31.5 (2012): 677
Zu Stress und den gesundheitlichen Auswirkungen gibt es eine Vielzahl von Untersuchungen, die nahelegen, dass Stress negative Folgen für die Gesundheit hat. 2012 untersuchten Forscher aus Wisconcin erstmalig den Zusammenhang zwischen dem Glauben, dass Stress sich auf die Gesundheit auswirkt und den tatsächlichen Auswirkungen auf die Gesundheit. Dafür analysierten sie Daten aus einer nationalen Gesundheitsumfrage von 1998 und verfolgten diese bis 2006 in nationalen Sterbeverzeichnissen.
Die Ergebnisse sind eindeutig. Ein hohes Maß an Stress und der Glaube, dass Stress sich negativ auf die Gesundheit auswirkt, führen zu einer schlechteren körperlichen und mentalen Gesundheit. Diejenigen, die glaubten, dass Stress die Gesundheit „etwas“ oder „stark“ beeinflusst, berichteten doppelt bzw. viermal so häufig von einer schlechten körperlichen Gesundheit im Vergleich mit denen, die glaubten, dass Stress die Gesundheit „kaum“ oder „gar nicht“ beeinflusst. Auf die mentale Gesundheit wirkte sich der Glaube, dass Stress die Gesundheit beeinträchtigt, sogar noch stärker aus (2,5-mal bzw. fünfmal so häufig). Während sich sowohl viel Stress als auch der Glaube an die Auswirkungen von Stress unabhängig voneinander negativ auf die Gesundheit auswirken, verhält es sich bei den Auswirkungen auf die Sterblichkeit etwas anders.
Weder die Menge an Stress noch der Glaube, dass Stress die Gesundheit beeinflusst, führten unabhängig voneinander zu einer vorzeitigen Mortalität. Entscheidend ist hierbei die Wechselwirkung. Ein hohes Maß an Stress UND der Glaube, dass Stress starke Auswirkungen auf die Gesundheit hat, führten zu einer erhöhten Sterbewahrscheinlichkeit von 43%.
Die Untersuchung zeigt damit deutlich die starken Auswirkungen von Glaubenssätzen auf die Gesundheit. Wie man in Zukunft über Stress denkt, sollte man noch einmal überdenken. The Work kann dir dabei helfen, deine Glaubenssätze zu verändern und aufzulösen.
Dissoziation durch Gespräche in der dritten Person

J.S. Moser, et al. „Third-person self-talk facilitates emotion regulation without engaging cognitive control: Converging evidence from ERP and fMRI.” Scientific Reports, 7 (2017)
Jeder hat schon einmal eine Situation erlebt, in der jemand über sich selber in der dritten Person geredet hat. Forscher haben die Auswirkungen dieses Verhaltens untersucht und herausgefunden, dass es positive Effekte haben kann über sich selber in der dritten Person zu denken oder zu reden. Die Studienteilnehmer sollten zum einen reflektieren, was sie beim Betrachten abschreckender Bilder empfinden und sich zum anderen an schmerzhafte, autobiographische Ereignisse erinnern. Innerlich sollten sie dabei das Wort „Ich“ (z.B. „Was fühle ich gerade?“) oder ihren Namen (z.B. „Was fühlt [Name] gerade?“) verwenden. Dabei wurde von den Forschern neben einer subjektiven Empfindungsangabe der Studienteilnehmer u.a. die Aktivität des medial präfrontalen Cortex (mPFC) und der Amygdala mittels EEG, EOG und fMRT gemessen, um den Grad der inneren Dissoziation und der emotionalen Beteiligung zu bestimmen. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich.
Das Verwenden der Dritten Person in den Selbstgesprächen der Studienteilnehmer führte zu einer Reduktion ihrer Emotionen. Dafür war jedoch keine stärkere kognitive Kontrolle notwendig. Basierend auf den Studienergebnissen kann man davon ausgehen, dass (Selbst‑)Gespräche in der dritten Person zu einer Erlebnisdissoziation führen und dadurch Gefühle einfacher und besser reguliert werden können. Sie sind also eine leicht umsetzbare Möglichkeit im Alltag besser mit Stress, Angst und Sorgen umzugehen. Mehr zu Dissoziation und Assoziation erfährst du in unserer NLP-Practitioner-Ausbildung.
Motto-Ziele für weniger Stress

Brandner, C., Krispenz, A. “Like a captain, I calmly navigate the sea”: Using a personal Motto-Goal to reduce stress by modifying stress-causing appraisals. Curr Psychol 45, 899 (2026).
Wenn Menschen sich Ziele setzen, wird oft nur geschaut, wie konkret, terminiert und realistisch diese sind. Motto-Ziele sind eine andere Form der Zielformulierung, die z. B. im Zürcher Ressourcen Modell genutzt wird, das wir in unserer Coach-Ausbildung lehren. Sie sind weniger konkret und kognitiv und legen den Fokus mehr auf die innere Haltung und unbewusste emotionale Bedürfnisse. Und genau zur Wirksamkeit dieser Motto-Ziele gibt es jetzt spannende Rückendeckung aus der Forschung.
In der Studie wurde untersucht, was passiert, wenn Menschen in Bezug auf eine Stresssituation ein Motto-Ziel entwickeln (ähnlich wie im Zürcher Ressourcen Modell, nur minimalistischer). Knapp 400 Teilnehmer beschrieben eine aktuelle stressvolle Situation. Anschließend wurden sie entweder der Motto-Ziel-Gruppe oder der Gedankenprotokoll-Gruppe zugeteilt. Die Motto-Ziel-Gruppe wählte aus 21 ressourcenaktivierenden Bildern ein Bild aus, das eine Ressource für ihre Situation sein könnte (z.B. ein Segelboot), anschließend wurden ihnen positive Wörter gezeigt, die mit dem Bild assoziiert werden könnten und die Teilnehmer wählten die Wörter aus, die bei ihnen ein positives Gefühl auslösten. Anschließend formulierten sie daraus ihr persönliches Motto-Ziel (z.B. Wie ein Kapitän navigiere ich ruhig über die See). Die Gedankenprotokoll-Gruppe schrieb über ihre Gedanken und Gefühle in Bezug auf die stressvolle Situation.
Der Vergleich der Gruppen zeigt:
- Das Bilden eines Motto-Ziels reduzierte das Stressempfinden in Bezug auf die Situation, weil die Teilnehmer die Situation anschließend weniger herausfordernd oder bedrohlich empfanden (= primäre Bewertung in Lazarus Stressmodell).
- Außerdem stärkte das Motto-Ziel auch das Selbstkonzept der Teilnehmer in Bezug auf ihre Fähigkeiten und ihre Kontrollüberzeugung („Wenn ich diese Situation meistere, ist das das Ergebnis meiner Anstrengung und meines persönlichen Engagements“) (= sekundäre Stressbewertung in Lazarus Stressmodell).
- Und der Effekt strahlte auch auf andere Stresssituationen aus, die gar nicht adressiert wurden.
Summa Summarum: Schon eine minimalistische Motto-Ziel-Intervention kann Stress nachweislich reduzieren.
Der Einfluss der Sprache auf unser Fühlen & Denken

Rodriguez, M., & Campbell, S. W. (2024). From “isolation” to “me-time”: linguistic shifts enhance solitary experiences. Cognition and Emotion.
Zeit allein zu verbringen ist ein nahezu unvermeidlicher Bestandteil des Alltags, der das Wohlbefinden fördern oder beeinträchtigen kann. In dieser Studie wurde untersucht, wie die Sprache die Wahrnehmung und das Erleben dieser Zeit beeinflusst.
Die Teilnehmer verbrachten in diesem Experiment 30 Minuten alleine, ohne persönliche oder digitale Interaktionen. Vorher wurde diese Zeit entweder als „Ich-Zeit“ oder als „Isolation“ gerahmt.
Bei Teilnehmern, die „Ich-Zeit“ verbrachten, nahmen die positiven Emotionen in dieser Zeit zu, während diese bei den Teilnehmern, die in „Isolation“ waren, abnahmen. Beide Gruppen erlebten in dieser Zeit weniger negative Emotionen, bei den „Me Time“-Teilnehmern war dieser Effekt jedoch bedeutend größer. Außerdem veränderte sich sogar die grundlegende Überzeugung über das Alleinsein von einigen Tagen vor dem Experiment bis danach. Teilnehmer, die „Me Time“ verbracht hatten, dachten anschließend deutlich positiver über das Alleinsein, beispielsweise dass Alleinsein gut für die Gesundheit und angenehm ist. Teilweise verstärkte sich der Wunsch nach Alleinsein und die Teilnehmer waren der Meinung, dass die Gesellschaft Alleinsein mehr schätzen sollte. Bei den Teilnehmern in „Isolation“ veränderten sich die Überzeugungen nicht. Mehr über die Macht der Sprache und wie du Sprache bewusst einsetzen kannst, erfährst du in unseren NLP-Ausbildungen.
Storytelling als psychologisches Werkzeug

Einam, H., Mikulincer, M., & Shachar, R. (2026). Shedding a light on the teller: on storytelling, meaning in life, and personal goals. The Journal of Positive Psychology, 21(1), 102–116.
Jedes Leben ist auch eine Geschichte. Und jeder erzählt sich ständig Geschichten. Über seinen Tag, seine Entscheidungen, sein Leben. Meistens unbewusst. Aber was passiert, wenn wir das bewusst und gut tun? Psychologen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Frage, wie solche Narrative unser Denken und Fühlen beeinflussen. Welchen Unterschied es macht, wenn man (diese) Geschichten gut erzählen kann, untersucht die vorliegende Studie.
Über 500 Teilnehmer aus verschiedenen Kulturen wurden in Bezug auf ihre Erzählfähigkeiten bewertet, von sich selbst und von Zuhörern (Freunden, fremden Zuhörern und ausgebildeten Psychologen).
Gute Storyteller berichten nicht nur ein stärkeres Gefühl von Lebenssinn, sie denken ihre Ziele auch abstrakter und langfristiger. Sie fragen sich nicht nur wie sie etwas erreichen, sondern warum es ihnen wichtig ist. Sie sind in der Lage, Ereignisse so zu verknüpfen, dass daraus eine Geschichte mit einem echten Warum entsteht.
Die Erkenntnisse aus dieser Studie unterstreichen, dass Storytelling nicht nur eine Kunstform ist, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden und die Zielverwirklichung hat. Dabei ist Storytelling eine Fähigkeit, die die meisten von uns nie bewusst entwickelt haben, aber die trainiert werden kann. Storytelling ist ein wichtiges Werkzeug für alle, die klarer kommunizieren, überzeugender auftreten und sich selbst besser verstehen wollen. Wenn du bereit bist, deine Geschichte zu erzählen, begleiten wir dich in unserem Storytelling-Seminar.
Der Scrooge-Effekt

Jonas, E., Schimel, J., Greenberg, J., & Pyszczynski, T. (2002). The Scrooge Effect: Evidence that Mortality Salience Increases Prosocial Attitudes and Behavior. Personality and Social Psychology Bulletin, 28(10), 1342-1353.
Wer kennt nicht Scrooge, aus Charles Dickens Weihnachtsgeschichte. Er war ein grantiger, unbeliebter Geizhals ohne Mitgefühl. In der Weihnachtsgeschichte besuchte ihn u.a. der Geist der zukünftigen Weihnacht, der ihm sein Ableben zeigte und seinen Tod vor Augen führte. Danach wandelte er sich vom grantigen Geizhals zum großzügigen Gutmenschen. Auch wenn es nur eine Geschichte ist, steckt darin viel Wahrheit. In der vorliegenden Studie hat man den sogenannten Scrooge-Effekt untersucht. Was passiert, wenn man Menschen an ihre eigene Sterblichkeit und die Endlichkeit ihres Lebens erinnert?
Um das herauszufinden, wurden Menschen entweder in der direkten Nähe eines Bestattungsinstituts oder mehrere Blocks entfernt zur ihrer Einstellung zu Wohltätigkeitsorganisationen befragt. In einer zweiten Untersuchung setzten sich die Teilnehmer durch Fragen entweder mit ihrem eigenen Tod oder mit Zahnschmerzen auseinander. Anschließend hatten sie die Möglichkeit, für Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden.
Personen, die direkt oder indirekt an ihre eigene Sterblichkeit erinnert wurden, waren freundlicher, großzügiger und gutherziger. Sie äußerten sich positiver über Wohltätigkeitsorganisationen und waren auch bereit, mehr zu spenden. Das Bewusstmachen der Endlichkeit des eigenen Lebens verstärkte also sowohl prosoziale Einstellungen als auch prosoziales Verhalten.
Psychotherapie
Wirkfaktoren in der Psychotherapie und die Bedeutung der therapeutischen Beziehung

Michael J. Lambert und Dean E. Barley. “Research summary on the therapeutic relationship and psychotherapy outcome.” Psychotherapy: Theory, research, practice, training 38.4 (2001): 357
Seit Jahrzehnten wird die Wirksamkeit und Wirkweise der Psychotherapie erforscht und diskutiert. Der vorliegende Artikel gibt eine Zusammenfassung wichtiger Quellen der Psychotherapieforschung. Dabei wird ein Überblick über typische Wirkfaktoren gegeben, sowie auf die Rolle der therapeutischen Beziehung eingegangen.
Lambert und Barley teilen die Wirkfaktoren in 4 Gruppen ein: Erwartungen (dazu zählen Erwartungshaltung von Klient und Therapeut), extratherapeutische Faktoren (u.a. Spontanheilung, zufällige Ereignisse, soziale Unterstützung), Therapiemethode und allgemeine Faktoren (u.a. therapeutische Beziehung). Auf Basis der Analyse einer Vielzahl verschiedener Untersuchungen konnten Lambert und Barley die Wirkung dieser Faktoren vergleichen. Mit 40% haben extratherapeutische Faktoren den größten Einfluss auf den Therapieerfolg. Es folgen die allgemeinen Faktoren mit 30% und Erwartungen sowie die Therapiemethode mit je 15%. Die Autoren bezeichnen diese Zahlen als sorgfältige, aber grobe Schätzung.
Die therapeutische Beziehung, die zu den allgemeinen Faktoren zählt, hat also einen Einfluss von bis zu 30% auf den Therapieerfolg. Obwohl sie einer der meistuntersuchten Wirkfaktoren ist und eine zentrale Rolle in der Psychotherapieforschung spielt, ist es schwierig alle Aspekte der therapeutischen Beziehung klar voneinander zu trennen. Lambert und Barley unterscheiden die Variablen des Therapeuten (u.a. persönliche Eigenschaften), die fördernden Bedingungen (u.a. Empathie, Wärme, Kongruenz) und die therapeutische Allianz. Untersuchungen zeigen, dass Glaubwürdigkeit, positive Bestätigung und Wertschätzung des Klienten, Kongruenz, die Fähigkeit den Patienten einzubeziehen und die Aufmerksamkeit des Klienten von einer rationalen Ebene auf die Gefühlsebene zu lenken, in Verbindung mit einer erfolgreichen Therapie stehen. Lambert und Barley erinnern daran, dass eine Vielzahl von Untersuchungen bestätigt haben, dass die therapeutische Beziehung einen stärkeren Einfluss auf den Therapieerfolg hat als die Methode. Auch für Coaches gilt: die Basis für ein erfolgreiches Coaching ist nicht eine Vielzahl von Methoden, sondern die Gestaltung einer förderlichen Beziehung zum Coachee. Wirkfaktoren im Coaching sind auch Thema in unserer Ausbildung zum Coach.
Die Wirksamkeit von Familienaufstellungen

Jan Weinhold, et al. „Family constellation seminars improve psychological functioning in a general population sample: Results of a randomized controlled trial.“ Journal of counseling psychology 60.4 (2013): 601.
Familienaufstellungen wirken oft wie Magie. 2013 untersuchten Forscher die Auswirkungen von Familienaufstellungen anhand einer randomisierten, kontrollierten Studie. 208 Teilnehmer, die sich für ein Familienaufstellungsseminar angemeldet hatten, stellten sich für die Studie zur Verfügung. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen wurden zufällig auf 8 Seminare aufgeteilt, die jeweils 3 Tage dauerten. Eine Gruppe erhielt jedoch sofort einen Seminarplatz, die andere Gruppe wurde auf die Warteliste gesetzt. Zwei erfahrene Psychotherapeuten und Aufstellungsleiter führten jeweils 4 Seminare (jeweils 2 Seminare pro Gruppe) durch.
Die Wirkungen der Familienaufstellungen wurden mithilfe des Outcome Questionnaire (OQ-45.2), des Fragebogens zur Evaluation von Psychotherapieverläufen (FEP) und des Inkongruenzfragebogens (INK-SF) erfasst. DER OQ-45.2 erfasst die psychologische Funktionalität anhand der Symptombelastung, der Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen und der sozialen Integration. Mithilfe des FEP wurde die psychische Belastung gemessen und der INK-SF erfasst die motivationale Inkongruenz. Es wurden drei Befragungen durchgeführt. Eine initiale Befragung, eine nach 2 Wochen und eine nach 4 Monaten. Die letzten zwei Befragungen fanden bei den Teilnehmern nach dem Seminar statt. Bei der Kontrollgruppe auf der Warteliste fand das Seminar erst nach der letzten Befragung statt.
Im Gegensatz zur Kontrollgruppe wurden bei den Teilnehmern in allen 3 Befragungen sowohl 2 Wochen, als auch 4 Monate nach dem Seminar deutliche Verbesserungen gemessen. Bei der Kontrollgruppe hingegen waren sogar kleine Verschlechterungen zu bemerken. Sowohl die psychische Belastung als auch die motivationale Inkongruenz verringerten sich bei den Teilnehmern der Familienaufstellungen. Die psychologische Funktionalität verbesserte sich. Auch nach 4 Monaten waren die Veränderungen konstant. Die Ergebnisse waren unabhängig vom Aufstellungsleiter. Die Wirkungen von Familienaufstellungen sind zwar geringer als die Effekte, die durch mehrere Therapiesitzungen oder andere Beratungsmethoden erzielt werden, bei etwa 30% der Aufstellungsteilnehmer jedoch klinisch signifikant.
Die Wirkung von EMDR in der Traumatherapie

Sandra A. Wilson, Lee A. Becker und Robert H. Tinker. „Eye movement desensitization and reprocessing (EMDR) treatment for psychologically traumatized individuals.“ Journal of consulting and clinical psychology 63.6 (1995): 928.
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) findet in der Traumatherapie immer mehr Verbreitung. Bereits 1995 wurde untersucht, wie sich EMDR-Behandlungen auf traumatisierte Personen auswirken. In der genannten Studie nahmen 80 Teilnehmer mit traumatischen Erinnerungen an drei jeweils 90-minütigen EMDR-Sitzungen teil. Jedem Teilnehmer wurde zufällig einer von fünf lizensierten EMDR-Therapeuten zugeordnet. Die Teilnehmer wurden außerdem zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe wurde erst nach 30-tägigen Messungen behandelt. Die andere Gruppe begann mit den Behandlungen ohne vorherige Messungen.
Um Aussagen über die Wirkung von EMDR treffen zu können, wurden zahlreiche Messungen durchgeführt. Während der Therapiesitzungen übernahm der Therapeut die Messungen. Dafür wurden die Subjective Units of Disturbance Scale (SUDS) sowie die Validity of Cognition Scale (VOC) genutzt. Die SUDS ist eine 10-stufige Skala, mit der erfasst werden kann, wie stark die Angst während der Erinnerung an die traumatische Situation ist. Mithilfe der VOC kann der Klient auf einer 7-stufigen Skala angeben, wie wahr sich eine Aussage für ihn anfühlt. Sie wird dafür benutzt positive Kognitionen zu überprüfen, mit dem Ziel diese zu etablieren. Die Ergebnismessungen im Anschluss an die Behandlungen wurden durch einen unabhängigen Gutachter durchgeführt. Hierbei wurde ebenfalls die SUDS verwendet. Außerdem wurden mithilfe von drei anderen Skalen bzw. Listen die psychologischen Symptome, die Stärke der Angst generell und zum aktuellen Zeitpunkt sowie Symptome der Vermeidung und Störung erfasst.
Die Kontrollgruppe, die eine verzögerte Behandlung erfuhr, zeigte im Zeitraum vor der Behandlung keinerlei Verbesserung der Werte. Eine zeitbedingte Verbesserung des Zustands kann also ausgeschlossen werden. In beiden Kontrollgruppen führten alle drei EMDR-Behandlungen zu einer deutlichen Verbesserung. Dies zeigt sich durch deutlich niedrigere Werte auf der SUDS-Skala, also eine Verringerung der Angst sowie eine deutliche Erhöhung der Werte auf der VOC-Skala, also einer erhöhten Glaubwürdigkeit positiver Kognitionen. Interessant ist, dass die Werte am Ende einer Sitzung jeweils besser waren, als am Anfang der Folgesitzung. Zwischen den Sitzungen kam es zu einer Verschlechterung des Zustandes. 90 Tage nach Abschluss der drei Behandlungen wurden jedoch keine Verschlechterungen der Symptome festgestellt. Sodass man von einer dauerhaften Symptomverbesserung ausgehen kann.
Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, dass EMDR eine effektive Methode ist um die Symptome einer traumatischen Erfahrung zu verringern und positive Erkenntnisse zu fördern. EMDR wirkt unabhängig von der Art, Intensität sowie der Dauer des Traumas. Im Vergleich mit anderen Traumatherapien mit typischen Behandlungslängen von 10 bis 14 Behandlungen war die Behandlungsdauer von EMDR deutlich kürzer. Trotzdem zeigt die Studie eine langfristige Wirksamkeit der EMDR-Behandlungen. Wie du EMDR und andere Methoden der Arbeit mit Augenbewegungen mit deinen Klienten einsetzen kannst, lernst du in unserer Ausbildung Eye Movement Work.
Brainspotting bei Posttraumatischer Belastungsstörung

Anja Hildebrand, David Grand und Mark Stemmler. „Brainspotting–the efficacy of a new therapy approach for the treatment of Posttraumatic Stress Disorder in comparison to Eye Movement Desensitization and Reprocessing.“ Mediterranean Journal of Clinical Psychology 5.1 (2017).
In einer Studie von 2017 wurde die Wirksamkeit von Brainspotting im Vergleich zu Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) untersucht. 27 zugelassene und erfahrene Therapeuten arbeiteten im Rahmen der Studie mit 76 Klienten. Alle Klienten hatten ein Trauma erlebt und litten unter posttraumatischen oder akuten Belastungsstörungen. Vor Beginn der Behandlung konnten die Klienten entscheiden, ob sie mit EMDR oder Brainspotting arbeiten wollten. 23 Klienten entschieden sich für EMDR, 53 Klienten für Brainspotting. Die Behandlungen wurden anhand standardisierter Protokolle durchgeführt.
Zur Datenerhebung wurde die Posttraumatic Diagnostic Scale (PDS) genutzt. Mit ihr wurde erfasst, ob die Klienten unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litten, wie schwer die Symptome waren und inwiefern sich diese auf verschiedene Lebensbereiche auswirkten. Außerdem wurden mithilfe der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) weitere Angst- und Depressionssymptome gemessen. Die erste Messung erfolgte vor Beginn der Behandlung. Die zweite Messung wurde eine Woche nach der dritten Sitzung und die Abschlussmessung wurde nach durchschnittlich einem halben Jahr durchgeführt.
Die Effektgrößen von EMDR und Brainspotting sind signifikant. Über alle Messzeitpunkte lässt sich unabhängig von der Methode eine Verringerung der PTBS-Symptome aber auch der Angst- und Depressionssymptome feststellen. Auch wenn die Effektgröße der Brainspotting-Behandlungen durchschnittlich etwas geringer ausfällt, zeigt die Studie, dass Brainspotting genauso wie EMDR ein effektiver therapeutischer Ansatz in der Behandlung von Traumata ist. Wie du Brainspotting und andere Methoden der Arbeit mit Augenbewegungen mit deinen Klienten einsetzen kannst, lernst du in unserer Ausbildung Eye Movement Work.
Dein Weg zum zertifizierten Coach
In unserer Coaching-Komplettausbildung begleiten wir dich von den ersten Schritten bis hin zu deinem erfolgreichen Start in die Tätigkeit als Coach. Du kannst deine Ausbildungstermine und Spezialisierungen individuell auswählen.