Submodalitäten

Wie codieren wir die Welt?

(Diese Seite ist eine Lektion aus unserem 29-teiligen Kurs „NLP-per-Mail“)

Die Art und Weise, wie wir uns etwas vorstellen. Eine Veränderung der Submodalitäten kann zu massiven Veränderungen im Erleben führen.

Submodalitäten

Viele Menschen denken, dass der Inhalt ihrer Vorstellungen das ist, was ihnen Probleme bereitet. Viel entscheidender ist in den meisten Fällen nicht der Inhalt, sondern die Darstellung des Inhalts.
Hier ein Beispiel: Ob wir eine Lawine als Gefahr wahrnehmen, kommt vor allem darauf an, wie weit diese von mir entfernt ist. Eine Lawine, die ich in einigen Kilometern Entfernung sehe, macht mir keinen Stress. Eine Lawine, die mit hoher Geschwindigkeit auf mich zukommt, macht mir sehr viel Stress. Es liegt also nicht an der Lawine.

Ein weiteres Beispiel:

Stell dir vor, dass ein Mensch dich kritisiert. Mit einer harten, kalten, lauten Stimme. Nun nimm den gleichen Inhalt, den du dir gerade vorgestellt hast und gibt ihm eine verführerische, laszive, sexy hauchende Stimme. Nun nimm nochmal den gleichen Inhalt und verändere die Geschwindigkeit und die Stimmhöhe, bis die Kritik sich anhört wie eine Micky-Maus-Stimme.
Welche Unterschiede, stellst du fest? Fühlst du dich bei allen Varianten gleich?
Submodalitäten sind also Unterscheidungen in der Darstellung innerhalb unserer 5 Sinne.

„Die Fähigkeit, den Prozess zu verändern, mit dem wir die Realität wahrnehmen, ist oft wertvoller und nützlicher, als den Inhalt unserer Erfahrung von Realität zu verändern.“
NLP-Grundannahme

Mach nun folgendes: Nimm dir eine schöne Erinnerung und probiere aus, wie sich dein Erleben verändert, wenn du sie:

  • Assoziiert (du bist im Bild drin und erlebst es „wie damals“) bzw. dissoziiert (du siehst dich selbst von außen, wie du die Situation erlebst) wahrnimmst
  • Als Film bzw. Standbild siehst
  • Die Erinnerung weit weg schiebst bzw. noch näher ran holst
  • Den Kontrast erhöhst bzw. verringerst
  • Schwarz/weiß färbst bzw. farbiger machst
  • So klein machst, wie eine Briefmarke oder so groß, wie im Kino
  • Sie 2D bzw. 3D machst
  • Vor dir oder hinter dir siehst

Wenn du das gemacht hast, bringe die Submodalitäten wieder in ihre ursprüngliche Form.

Neben den visuellen Submodalitäten gibt es natürlich noch weitere, unter anderem die auditiven. Stell dir vor, wie du ein Kompliment hörst und nimm wahr, was sich verändert, wenn du:

  • Die Lautstärke veränderst
  • Die Stimmfarbe veränderst (von hart zu sanft zu lasziv zu sexy zu Nachrichtensprecher)
  • Die Position der Stimme ganz nah oder ganz weit weg, vor dich oder hinter dich, nach links oder rechts bewegst
  • Zusätzliche Höhen reinmachst oder die Stimme dumpf werden lässt
  • Zusätzlichen Bass reinmachst oder sie blechern klingen lässt
  • Die Geschwindigkeit veränderst – gaaaaaaaaaanz laaaaaangsaaaam oder ganz schnell
  • Das Kompliment gesungen oder gerappt hörst
  • Das Kompliment wie Dolby Sourround im ganzen Raum hörst oder Mono nur aus einer Position

Nun bringe die Submodalitäten wieder in den Ausgangszustand.

Denke nun einmal an eine Situation, in der du ein sehr angenehmes Körpergefühl hattest, zum Beispiel die Entspannung nach einer Sauna oder Massage. Erinnere dich an dieses Gefühl und frage dich:

  • Wo ist das Gefühl verortet? In deinem Kopf? Bauch? Brust? Was geschieht, wenn du es in einen anderen Teil deines Körpers verschiebst?
  • Mal angenommen, es würde sich ausbreiten, in welche Richtung würde es sich ausbreiten? Vorne? Hinten? Oben? Unten? Links? Rechts? Was geschieht, wenn du die Ausbreitungsrichtung veränderst?
  • Ist das Gefühlt eher warm oder kalt? Wie verändert es sich, wenn du die Temperatur veränderst?
  • Ist das Gefühl eher leicht oder schwer? Was passiert, wenn du es veränderst?
  • Und eine ungewöhnliche Frage: Mal angenommen, das Gefühl hätte eine Farbe, welche wäre es? Wie wäre das Gefühl, wenn du ihm eine andere Farbe geben würdest?

Wenn du die Übungen ausprobiert hast, ist dir bestimmt aufgefallen, dass es bestimmte Submodalitäten gibt, die dein Erleben intensiver verändern als andere. Welche Submodalitäten das sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die Submodalitäten, die den intensivsten Einfluss auf unser Erleben haben, nennen wir kritische Submodalitäten. Bei diesen kritischen Submodalitäten ist es oft so, dass die Veränderung dieser einen Submodalität dafür sorgt, dass sich gleichzeitig einige andere Submodalitäten mit verändern.

Jetzt, wo du die Wirkweise von Submodalitäten kennst, gehe noch einmal zu der angenehmen Erinnerung, dem Kompliment und dem Gefühl und verändere die Submodalitäten in allen Repräsentationssystemen so, dass du sie als angenehm und intensiv erlebst.

 

Wenn wir mit Submodalitäten arbeiten, benutzen wir in der Regel die visuellen, auditiven und kinästhetischen. Hier eine Liste mit Submodalitäten (es gibt natürlich noch viel mehr, als hier aufgelistet sind):

7

Visuell

ein Bild / mehrere Bilder / Film
Position / Entfernung / Größe
assoziiert / dissoziiert
hell / dunkel
schwarz-weiß / farbig
2D / 3D
Verzerrungen
Form / Begrenzung / Rahmen
Scharf / Unscharf

7

Auditiv

Position
Abstand zur Quelle
Lautstärke
Geschwindigkeit
Stimmlage / Tonhöhe
internal / external
klar / gedämpft
Rhythmus / Melodie
Dolby Surround  / Mono

7

Kinästhetisch

Position / Zentrum
Bewegung / Drehung
Strömen / Strahlen / Pulsieren
Intensität
Temperatur
begrenzt / ausstrahlend
Farbe des Gefühls
Beschaffenheit / Struktur
Gewicht / Druck

Die Arbeit mit Submodalitäten geht noch weit über das hinaus, was hier beschrieben wurde. Unser Gehirn codiert unser gesamtes Erleben in Submodalitäten und damit auch das, was wir als Wahrheit oder Lüge empfinden, welche Dinge wir verstanden haben und worüber wir verwirrt sind. Unsere sozialen Beziehungen sind submodal codiert, unsere Werte, Glaubenssätze und, und, und. Man könnte sagen, Submodalitäten sind das vorherrschende Organisationsprinzip unseres Gehirns. Du hast jetzt einen kleinen Einblick in diese Welt bekommen. Eine Submodalität zu verändern, dauert meist maximal ein paar Sekunden. Submodalitäten sind damit eine der schnellsten und flexibelsten NLP Techniken und damit optimal geeignet für den Einsatz im Alltag.

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Übungen

1. (Dauer 5-10 Minuten) Wir alle haben innere Kritiker, also innere Stimmen, die nicht gerade förderlich mit uns sprechen. Finde heraus, welche Submodalitäten dein innerer Kritiker hat. Nun verändere die Art, wie er zu dir spricht. Mach ihn lauter oder leiser, lass ihn langsamer oder schneller sprechen oder schau mal, wie es sich anfühlt, wenn er mit einer Micky-Maus-Stimme spricht. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Du kannst dazu auch das erste Video nutzen und dich von Steve Andreas durch den Prozess leiten lassen.

2. (Dauer 10 Minuten) Du hast vorhin schon herausgefunden, welche Submodalitäten eine Erinnerung sehr intensiv werden lassen. Finde nun eine leicht belastende Erinnerung und wende diese Submodalitäten umgekehrt darauf an. Spiele ein bisschen herum. Meist sorgt Dissoziation, Distanz, Herausnehmen der Farben, 2D und kleiner machen dafür, dass die Emotionen deutlich nachlassen. Wenn du herausgefunden hast, welche Submodalitäten gut funktionieren, kannst du es auch mit belastenderen Situationen machen.

3. Achte im Alltag darauf, wie Menschen Submodalitäten in Gesprächen beschreiben und nonverbal zeigen. Das können Sätze sein wie: „Das habe ich hinter mir gelassen“, „Das steht mir noch bevor“, „Wir sind uns näher gekommen“, „Sie hat sich abgewendet“, „Das ist eine riesige Aufgabe“ usw.

 

Videos

  • Steve Andreas gibt Hinweise wie Submodalitäten genutzt werden können, um anders mit negativen inneren Stimmen umzugehen. Das Video erlaubt es, den Prozess direkt mitzumachen.
    (7,5 Minuten – https://www.youtube.com/watch?v=JiVEfkUIuMI)
  • Steve Andreas demonstriert, wie man bei starken Gefühlen mit kinästhetischen Submodalitäten arbeiten kann.
    (4,5 Minuten – https://www.youtube.com/watch?v=g9dDsn1Ka9g)

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