Assoziation und Dissoziation

Wie kann Emotionalität beeinflusst werden?

(Diese Seite ist eine Lektion aus unserem 29-teiligen Kurs „NLP-per-Mail“)

Eine einfache, aber sehr effektive Methode, mit der man schnell Einfluss auf seine Emotionen und Handlungsmöglichkeiten nehmen kann.

Assoziation und Dissoziation

Es gibt zwei Möglichkeiten über vergangene oder zukünftige Ereignisse nachzudenken oder sogar gerade zu erleben. Beide Möglichkeiten sind wichtig, haben aber sehr verschiedene Implikationen.

Assoziation

Wenn wir assoziiert z.B. über eine vergangene Situationen nachdenken, bedeutet dies, dass alles aus der Ich-Perspektive (der ersten Person) erlebt wird. Das heißt, du erlebst die Situation wie damals. Siehst, aus deinen Augen, was du damals gesehen hast, hörst von dort, wo du warst, was es damals zu hören gab und fühlst deinen Körper mit den Emotionen, die du damals gefühlt hast. Du bist mitten im Geschehen und in deinem Körper.

Nun könnte man denken, dass das ja immer so ist. Aber es gibt einen feinen Unterschied zu einer weiteren Form.

„Eines Tages wirst du drüber lachen. Meine Frage ist: Warum warten?“
Richard Bandler

Dissoziation

Im Gegensatz zur Assoziation steht die Möglichkeit, sich zu dissoziieren. (Nicht zu verwechseln mit der psychiatrischen Diagnose einer dissoziativen Störung – Dissoziation wird im NLP wertneutral betrachtet und beschreibt einen Vorgang, der mit dissoziativen Störungen zunächst einmal nichts zu tun hat). Sich an eine Situation dissoziiert zu erinnern, bedeutet, dass man sich selbst in der Situation von außen betrachtet. Du siehst dich von außen, wie du dich damals verhalten hast, hörst die entsprechenden Geräusche oder Stimmen, wie ein unbeteiligter Beobachter an einer anderen Position. Die Gefühle und Emotionen erlebt der Beobachter nicht (oder stark vermindert), sie bleiben bei der Version von dir, die es gerade erlebt, während du dir das alles von außen anschaust. Was hier auftreten kann, sind Gefühle über die Situation, nicht jedoch die Gefühle, die du in der Situation empfunden hast.
Diese Position nennt man im NLP auch Metaposition. Die Vorsilbe „meta“ heißt so etwas wie eine Ebene darüber. Die Metaposition ist also eine Position, in der von einer höheren Ebene auf die Situation geschaut wird. Die Metaposition ist immer von der ersten Position dissoziiert, man schaut sich die Situation als unbeteiligter Beobachter von außen an.

Wofür kann man Assoziation und Dissoziation nutzen?

Wenn eine Situation assoziiert erinnert oder imaginiert wird, werden alle mit der Situation verbundenen Emotionen direkt wiedererlebt. Das kann je nach Situation angenehm oder unangenehm sein. Das Gegenteil gilt für das dissoziierte Erinnern einer Situation. Durch die Dissoziation, also den Blick von außen auf die Situation, dissoziiert (entfernt) man sich auch von den Emotionen, die in der Situation empfunden wurden.
Als Faustregel gilt: Durch Dissoziation ist es möglich, die Emotionalität zu verringern und durch Assoziation zu verstärken. Es ergibt also Sinn unangenehme Situationen dissoziiert zu erinnern und angenehme Situationen assoziiert.
Die Metaposition ist in vielen NLP Formaten eine sehr wichtige Position. In einem der bekanntesten NLP Formate, der Fast Phobia Cure (Schnelle Phobie Heilung), wird sogar eine sogenannte doppelte Dissoziation genutzt. Da hier mit dem Prägungsereignis einer Phobie gearbeitet wird, geht man durch eine doppelte Dissoziation sozusagen auf Nummer sicher. Dafür leitet man den Klienetn zunächst an, ein Ereignis von damals von außen zu betrachten. Um ihn dann im zweiten Schritt anzuleiten, den Beobachter des Ereignisses (der das Ereignis von damals beobachtet) von außen zu beobachten. Auf diese Weise wird die Emotionalität nochmals deutlich verringert. Je nach Emotionalität sind auch drei-, vier- bis hin zu vielfachen Dissoziationen möglich. Sich zu assoziieren oder zu dissoziieren ist eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, Situationen zu intensivieren oder abzuschwächen.

Eine wichtige Grundregel in Coaching und Therapie ist:
Assoziiere, was zu sehr dissoziiert ist – und dissoziiere, was zu sehr assoziiert ist.

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Übungen

1. (Dauer 5 Minuten) Nimm dir ein paar Minuten Zeit und erinnere dich an ein schönes Ereignis.
Nimm wahr, ob du dieses Ereignis von außen betrachtest (dissoziiert) oder mitten im Geschehen bist (assoziiert). Experimentiere nun damit, dich zu assoziieren oder zu dissoziieren. Wenn du dich assoziierst, achte darauf, dass du dies mit allen Sinnen tust, also VAKOG. Schau dich in der Situation um, höre was für Geräusche es gab oder was bei Gesprächen gesagt wurde. Wie fühlte sich dein Körper dabei an, was für eine Emotion erlebst du? Gibt es noch einen Geschmack oder Geruch, der charakteristisch für diese Situation ist?
Wenn du dich dissoziierst, achte darauf, die Körperempfindungen und Emotionen bei dem zu lassen, der die Situation erlebt. Werde zum unbeteiligten, aber wohlwollenden Beobachter.

2. (Dauer 5 Minuten) Nimm dir nun eine leicht (!) unangenehme Situation.
Erinnere dich an sie und finde heraus, ob du sie assoziiert oder dissoziiert erinnerst. Wenn du sie assoziiert erinnerst, schwebe aus deinem Körper heraus, entferne dich von dir selbst und schaue mit einigem Abstand auf die Situation. Lasse alle Gefühle und Empfindungen bei dem Ich, das die Situation erlebt, so dass du auch hier ein unbeteiligter Beobachter bist. Experimentiere mit dem Abstand, von dem aus du dich in der Situation betrachtest. Probiere auch eine doppelte oder dreifache Dissoziation. Schwebe also aus dem Beobachter heraus, entferne dich von ihm und betrachte den Beobachter, wie er die Situation sieht. Wie verändert sich dein Erleben jetzt?

3. (Dauer 10 Minuten) Suche dir nun eine Situation, die dir peinlich ist. Dissoziiere dich von der Situation, eventuell auch doppelt und schau sie dir von außen an. Lege nun Zirkusmusik unter das Ereignis und betrachte das Ereignis mit der Musik von außen. Meist wirkt es nun so lächerlich, dass man darüber lachen muss.

4. Gehe nun mehrere Situationen durch, sowohl angenehme, als auch leicht unangenehme. Meist gibt es ein Muster, bei welchen man assoziiert oder dissoziiert ist. Du kannst deinem Gehirn beibringen, wie du dich an die Situationen erinnern möchtest, indem du dich in mehreren angenehmen Situationen assoziierst bzw. in mehreren unangenehmen Situationen dissoziierst.

Videos

  • In diesem Video demonstriert Steve Andreas die Fast Phobia Cure mit doppelter Dissoziation
    (10 Minuten – https://www.youtube.com/watch?v=mss8dndyakQ
  • In diesem Video erklärt und demonstriert John Grinder die mehrfache Dissoziation
    (12 Minuten – https://www.youtube.com/watch?v=G4vgZmEBC2k

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