Kongruenz und Inkongruenz

Wie erkennt man Inkongruenzen?

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Stimmen Inhalt und nonverbale Signale überein, nennt man das Kongruenz. Weichen Inhalt und nonverbale Signale jedoch voneinander ab, ist dies eine Inkongruenz. Inkongruenzen in der Kommunikation sollten erkannt und ggf. hinterfragt werden.

Kongruenzen und Inkongruenzen erkennen

Kongruentes Handeln bedeutet, dass nonverbales Verhalten (Körpersprache und Tonalität der Stimme) und verbales Verhalten (der Inhalt des Gesagten) miteinander übereinstimmen. Sind wir gut drauf und behaupten, dass es uns überhaupt nicht gut geht, nimmt unser Gegenüber diese Diskrepanz zwischen unserem nonverbalen Verhalten und verbaler Sprache wahr und wird sich wundern.

Kongruenz entsteht, wenn das, was ich ausdrücke in Übereinstimmung mit meinem inneren Erleben steht. Also mein gesamter Organismus inklusive meiner Werte, Überzeugungen, Erfahrungen und meinem Selbstbild hinter der Botschaft steht, die ich sende. Wenn ein Teil meines Organismus, auch wenn er klein ist, nicht hinter der Botschaft steht, die ich sende, kommt es zu einer Inkongruenz – einer Diskrepanz von Gesagtem und innerlich als wahr Empfundenem, die sich auch in der Physiologie widerspiegelt. Hinweise auf Inkongruenz können sein: Abweichungen von Gesagtem und nonverbal Gezeigtem (z.B. jemand sagt leise und mit nach unten geneigtem Kopf, die Augen zu Boden schauend, dass er sich wirklich sehr freut), asymmetrische Körperhaltung, spontane Veränderung der Stimmlage.

„Kommunikation ist redundant. Kommunikation findet immer auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig statt.“

NLP-Grundannahme

Kongruenz entsteht, wenn das, was ich ausdrücke in Übereinstimmung mit meinem inneren Erleben steht. Also mein gesamter Organismus inklusive meiner Werte, Überzeugungen, Erfahrungen und meinem Selbstbild hinter der Botschaft steht, die ich sende. Wenn ein Teil meines Organismus, auch wenn er klein ist, nicht hinter der Botschaft steht, die ich sende, kommt es zu einer Inkongruenz – einer Diskrepanz von Gesagtem und innerlich als wahr Empfundenem, die sich auch in der Physiologie widerspiegelt. Hinweise auf Inkongruenz können sein: Abweichungen von Gesagtem und nonverbal Gezeigtem (z.B. jemand sagt leise und mit nach unten geneigtem Kopf, die Augen zu Boden schauend, dass er sich wirklich sehr freut), asymmetrische Körperhaltung, spontane Veränderung der Stimmlage.

Eine typische Situation für inkongruentes Verhalten, die wir vermutlich alle aus der Schulzeit kennen, ist folgende: Der Lehrer fragt einen Schüler, ob er die Frage verstanden hat. Dieser sagt mit zögerlicher Stimme „Jaaaa?“, wobei die Betonung zum Ende hin nach oben geht, schüttelt leicht den Kopf und zieht eine Augenbraue nach oben. Ganz offensichtlich gibt es hier eine Inkongruenz zwischen verbaler und nonverbaler Botschaft.

Ein anderes alltägliches Beispiel für Inkongruenz ist die Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“. Oft kommt es hier zu inkongruenten Reaktionen, ein „Gut…“, leise gesprochen, mit einem nach unten gewandten Blick und Seufzen.

Was genau die jeweilige Inkongruenz bedeutet, wissen wir nicht. Wir können nur sagen, dass hier etwas inkongruent ist, jedoch nicht was. So könnte eine inkongruente Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“ auch ein Hinweis darauf sein, dass der Mensch gerade keine Zeit hat, angemessen auf die Frage zu antworten, er den Fragenden noch nicht genug kennt, um ehrlich darauf zu antworten oder dass er keine Lust hat darüber zu sprechen.

Menschen, die kongruent über etwas sprechen, wirken überzeugend und stehen hinter dem, was sie sagen. Ein Verkäufer wird nur dann erfolgreich und kongruent verkaufen können, wenn er überzeugt davon ist, dass sein Produkt für seinen Kunden einen Mehrwert bietet. Ein Lehrer wird nur dann etwas kongruent vermitteln können, wenn er das Thema als wichtig erachtet und selber verstanden hat (man bedenke die vielen inkongruenten Vorträge, die wir während unserer Schulzeit von unseren Klassenkameraden gesehen haben). Ein Therapeut wird nur dann gut arbeiten können, wenn er weiß, dass seine Arbeit seinen Klienten weiterbringt. Ob das, was ein Mensch sagt, auf uns überzeugend oder nicht überzeugend wirkt, entscheidet zum großen Teil, ob es kongruent oder inkongruent vermittelt wird.

Als Coach, Therapeut, Partner, Führungskraft und Mensch, der mit Menschen zu tun hat, ist das Erkennen von Inkongruenzen eine wichtige Fähigkeit. In der Regel sind sich Menschen, die gerade inkongruent kommunizieren, dessen nicht bewusst. Als Außenstehender hat man die Möglichkeit das wahrzunehmen und gegebenenfalls auf empathische Weise aufzudecken. Aber Achtung, nicht in jedem Kontext ist das auch angemessen.

Wenn eine Inkongruenz auftritt, so bedeutet das nicht, dass eine der Nachrichten falsch und die andere richtig ist. Es bedeutet nur, dass es hier mehrere Mitteilungen gibt, die zueinander im Widerspruch stehen. Jede dieser Mitteilungen hat ihre Berechtigung. Im Coaching oder der Therapie verraten Inkongruenzen in der Regel etwas über Einwände, die gegen die gerade erwünschte Veränderung stehen und sind deshalb besonders zu beachten. Wird hier eine Inkongruenz übersehen oder übergangen, so ist die Veränderung häufig nicht nachhaltig oder kann überhaupt nicht erreicht werden.

Die Fähigkeit, die wir brauchen um Kongruenz und Inkongruenz zu unterscheiden, ist im Grunde die gleiche Beobachtungsgabe, die wir auch brauchen, um uns zu kalibrieren. In allen zwischenmenschlichen Interaktionen sind diese Fähigkeiten hilfreich. Deshalb empfiehlt es sich diese zu üben und zu verfeinern.

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Übungen

1. (Dauer 15 Minuten) Finde deine eigenen Kongruenz- und Inkongruenzzeichen heraus! Erinnere dich an drei Situationen, in denen du genau wusstest, dass das, was du machst, richtig ist. Erlebe die Situationen einzeln, assoziiert und mit allen Sinneskanälen VAKOG. Achte nun auf dein Körperempfinden und nimm wahr, wie sich dieser Zustand von Kongruenz anfühlt. Mache das mit mindestens drei Situationen und finde die Gemeinsamkeiten im Körperempfinden. Das Körperempfinden, das in allen 3 Situationen gleich war, ist dein Kongruenzzeichen.
Mache das gleiche nun mit drei Situationen, in denen du eine Entscheidung getroffen hast, aber eigentlich schon wusstest, dass die Entscheidung nicht richtig ist. So findest du deine Inkongruenzzeichen heraus.

2. Gehe verschiedene Bereiche deines Lebens durch. Achte auf deine Körperempfindungen. Gibt es ein Gefühl von Kongruenz oder Inkongruenz? Wenn ein Inkongruenzsignal auftritt, frage dich, was dir diese Inkongruenz zu sagen hat oder was die Botschaft dahinter ist, die es wahrzunehmen gilt.

3. Achte verstärkt auf Kongruenz im Alltag, sowohl bei dir als auch bei anderen. Achte auf Unterschiede in der Physiologie und Diskrepanz von verbalen und nonverbalen Botschaften.

4. Spiele mit jemandem ein Spiel wie Mäxle, Poker, Werwolf, Schwarzer Peter oder etwas Ähnliches und suche Hinweise für Inkongruenz in der Physiologie.

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