Die fünf Sinne und Kommunikation

Wie beeinflussen Sinne unsere Kommunikation?

(Diese Seite ist eine Lektion aus unserem 29-teiligen Kurs „NLP-per-Mail“)

Wie unsere fünf Sinne unsere Wahrnehmung und unser Denken bestimmen und wie wir darauf in der Kommunikation achten können.

Die fünf Sinne und Kommunikation

Wir alle haben fünf Sinne und über diese fünf Sinne erleben wir die Welt. Das bedeutet, egal was auch immer in der „Realität“ vor sich geht, sie muss erst unsere fünf Sinne passieren, bevor wir sie erleben können. Dass diese Abbildung der Realität hochsubjektiv ist, ist die Kernaussage des Konstruktivismus. Diese Woche geht es um unsere fünf Sinne und alles, was damit zu tun hat.
Wenn wir im NLP über unsere fünf Sinne sprechen, reden wir von:

NLP ist „die Veränderung des subjektiven Erlebens“.

Buchtitel Richard Bandler

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Visuell: das, was wir sehen

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Auditiv: das, was wir hören

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Kinästhetisch: das, was wir fühlen (hierzu zählt: das Fühlen von externen Eindrücken auf der Haut, das Fühlen des Körpers und seiner Position im Raum, das Fühlen von Emotionen, das Schmerzempfinden und der Gleichgewichtssinn)

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Olfaktorisch: das, was wir riechen

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Gustatorisch: das, was wir schmecken

Wenn wir die Gesamtwahrnehmung aller Sinne meinen, sprechen wir im NLP von VAKOG (jeweils der erste Buchstabe der fünf Sinne).

Wenn wir die Welt unmittelbar erleben, können wir auf jeden Sinn unmittelbar zugreifen, indem wir ihn uns bewusstmachen. Im Laufe unseres Lebens hat sich bei den meisten Menschen jedoch eine Bevorzugung von ein oder zwei Sinnessystemen gebildet, mit denen die Welt bevorzugt erlebt wird, wobei der olfaktorische und gustatorische Sinn hierbei sehr selten auftreten. Dieses wird das primäre Repräsentationssystem genannt.
Stell dir drei Freunde auf einem Konzert vor. Das Konzert „an sich“ ist für alle dasselbe, das was die drei Freunde erleben, ist jedoch sehr individuell. Der eine hört sehr genau auf den Sound, schließt die Augen, um der Musik zu lauschen. Der Andere schaut sich die die Show an und ist beeindruckt davon, wie die Musiker aussehen. Der Dritte fühlt den Bass und die Emotionen, die die Musik bei ihm auslöst.
Alle drei Freunde erleben dasselbe Konzert, die individuellen Erlebniswelten sind jedoch sehr verschieden. Je nachdem welches Repräsentationssystem wir bevorzugen, nehmen wir die Welt unterschiedlich wahr. Das bevorzugte Repräsentationssystem hat jedoch nicht nur Einfluss auf unser unmittelbares Erleben, sondern auch auf unser Denken.

An dieser Stelle scheint es uns nochmal wichtig, zwischen Sinn und Repräsentation zu unterscheiden. Wenn wir mit einem Sinn (z.B. Auge) etwas (z.B. einen Lichtquant) wahrnehmen (=umwandeln in einen elektischen Impuls) wird dieser am Ende (=im hinteren Bereich unseres Gehirns, Area V1) als Hell oder Farbe repräsentiert. Damit ist unser Gehirn zu einem gewissen Teil ein Repräsentationssystem (Abbildungsautomat) für Reize aus der Umwelt.

Doch zurück zum Denken. Denken ist ein Vorgang, der oft davon begleitet wird, dass wir Inhalte aus unseren Repäsentationen, erinnern oder verändern. So besitzt jeder die Möglichkeit, sich:

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V – das Gesicht einer Person als inneres Bild vorzustellen

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A – die Stimme der Person oder das Rauschen eines Baches vorzustellen oder mit sich selbst zu reden

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K – sich daran zu erinnern, wie das Gefühl war, das erste Mal verliebt zu sein oder wie es sich anfühlt im Gras zu liegen und die Sonne auf der Haut zu spüren

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O – sich den Duft von Rosen vorzustellen

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G – sich den Geschmack einer Orange vorzustellen

Und natürlich können wir diese Repräsentationen auch verändern, z.B. indem wir uns vorstellen, die Stimme einer Person durch ein langes Rohr zu hören.

Denken – und somit auch Verstehen – heißt also oft, sich interner Repräsentionen zu bedienen. Und jeder macht das anders, meist in einer Kombination aus ein bis zwei bevorzugten Repräsentationssystemen. Die einen denken eher in Bildern, andere reden die ganze Zeit mit sich selbst (in ihrem Gedanken) und wieder andere müssen erst ein Gefühl dafür bekommen. Auch hier ist die Bevorzugung des Olfaktorischen oder Gustatorischen recht selten.

Die Art des Denkens hat auch Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Menschen sich verhalten. Menschen mit einer visuellen Präferenz werden viel davon reden, wie sie Dinge sehen, welche Perspektive oder welchen Blickwinkel sie einnehmen. Menschen mit einer auditiven Präferenz werden davon reden, dass es sich für sie gut oder schlecht anhört, dass es schräg klingt oder dass es ihnen etwas Bestimmtes sagt. Bei Menschen mit kinästhetischer Präferenz wird man häufig Formulierungen hören wie, dass es sich gut anfühlt, es noch nicht passt oder es nicht weitergeht.
Wenn sich nun Menschen mit unterschiedlichen bevorzugten Repräsentationssystemen unterhalten und jeweils ihre sinnesspezifische Wortwahl nutzen, kann es gut sein, dass aufgrund dessen Missverständnisse entstehen. Hier ein Beispiel:
Klient: Ich habe das Gefühl, hier geht es nicht weiter… irgendetwas zieht mich immer wieder runter…
Coach: Das sieht für mich ganz nach einer eingeschränkten Perspektive aus. Wir sollten daran arbeiten, dass sie wieder das Gute im Leben sehen können.
Klient: Ich glaube es geht darum, mich wieder besser zu fühlen und annehmen zu können…
Coach: Dazu müssten wir zunächst ein Bild von der Lösung entwerfen. Zeigen sie mir mal, was sie sich ausmalen.
Die beiden werden wahrscheinlich nicht lange zusammenarbeiten.

Um in der zwischenmenschlichen Kommunikation flexibel zu sein und angemessen auf sein Gegenüber reagieren zu können, lohnt es sich darauf zu achten, in welchem Repräsentationssystem das Gegenüber sich gerade befindet und darauf einzugehen.
In den letzten zwei Lektionen ging es darum, dass sich jeder seine Welt selbst zusammenbaut. Die Welt von Menschen, die verschiedene primäre Repräsentationssysteme nutzen, unterscheiden sich mitunter gravierend voneinander, obwohl sie vielleicht das gleiche Konzert besucht haben. Wollen wir einem Menschen so gut wie möglich in seiner Welt begegnen, sollten wir auch auf unsere Wortwahl achten. Wenn wir die ganze Zeit darüber reden, dass unser Gegenüber die Sache doch einmal aus einem anderen Blickwinkel sehen sollte, er aber die ganze Zeit davon redet, dass beim ihm einfach nichts klingelt, sollten wir ihn vielleicht einfach mal fragen, was genau denn nicht stimmt.

Die Kunst Menschen in ihrer Welt zu begegnen, ist eine entscheidende Fähigkeit, die unsere Kommunikation wesentlich effektiver und einfacher macht.

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Übungen

1. Wie denkst du? Achte auf deine Gedanken und finde heraus, welche Repräsentationssysteme du besonders häufig nutzt. Machst du dir vor allem Bilder oder Filme, siehst du die Dinge? Oder redest du mit dir selbst in einem inneren Dialog? Oder spürst du erstmal in dich rein, um einen Zugang zu bekommen und es zu begreifen?

2. Nutze bewusst ein Repräsentationssystem, welches dir besonders wenig präsent ist. Es wird deine Vorstellungskraft ungemein bereichern. Hier einige Übungen:
V: Beschreibe, was du in einer Situation, die für dich wirklich schön war, gesehen hast. Was war vor dir, was hinter dir, was links und rechts von dir? Wenn du das gut kannst, gehe dazu über Gebäude oder Landschaften zu erfinden.
A: Rede intern mit dir selbst über ein Thema, das dich interessiert. Sage deine Meinung und beginne eine Diskussion. Was könnte dafür, was dagegen sprechen?
Höre Musik in deinem Kopf. Das kennen wir alle von einem Ohrwurm. Höre deine Lieblingslieder und achte genau auf die verschiedenen Instrumente.
K: Beschreibe ganz genau, wie es sich anfühlt, mit der Hand über z.B. Samt zu streichen. Suche dir eine positive Emotion und beginne sie zu beschreiben. Wo in deinem Körper beginnt sie, bis wohin dehnt sie sich aus, ist sie eher warm oder kalt, eher starr oder eher fließend? Diese Übung kannst du auch nutzen, um dich in einen positiven Zustand zu bringen.

3. Finde für jedes Sinnessystem drei Redewendungen. Sammle sie über die Woche hinweg. Zum Beispiel: „Den kann ich nicht riechen“, „Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr“ usw.

4. Achte auf die Wortwahl eines guten Freundes und gleiche dich seiner Wortwahl an. Probiere auch aus, was für eine Wirkung es hat, wenn du bewusst in einem anderen Sinnessystem antwortest.

Videos

  • Richard Bandler erklärt unterhaltsam, wie man von äußeren Verhaltensweisen auf die inneren Prozesse und Repräsentationssysteme schließen kann
    (4 Minuten – https://www.youtube.com/watch?v=2Su7k5MD7UE)
  • Frank Pucelik (ein NLP‘ler der ersten Stunde) erklärt die Repräsentationssysteme und ihre Implikationen
    (30 Minuten – https://www.youtube.com/watch?v=vEywJSbA9q0)

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